Nach dem Shakedown in Barcelona meldete sich Laurent Mekies zu Wort und gab einen ersten Einblick in den aktuellen Stand des Red-Bull-Powertrains-Projekts. Seine Aussagen zeichneten ein Bild von einem Vorhaben, das sich bewusst in einer frühen Entwicklungsphase befindet und Schritt für Schritt aufgebaut wird. Besonders hervorgehoben wurde dabei die Rolle von Ford, das persönlich vor Ort war, um die Inbetriebnahme des Projekts aus nächster Nähe zu verfolgen. Diese Präsenz unterstreicht die Bedeutung der Partnerschaft und den langfristigen Charakter der Zusammenarbeit zwischen Red Bull Powertrains und dem amerikanischen Automobilhersteller.

Laut Mekies war der Shakedown in Barcelona weit mehr als nur ein technischer Test. Er stellte einen wichtigen Moment dar, um erste Abläufe zu überprüfen, Daten zu sammeln und die Zusammenarbeit innerhalb des Teams unter realen Bedingungen zu erleben. Dass Ford diesen Prozess aktiv begleitete, wertet Mekies als klares Zeichen des Engagements. In einem Projekt dieser Größenordnung sei es entscheidend, dass alle Partner von Beginn an ein gemeinsames Verständnis entwickeln und dieselben Ziele verfolgen.
Mekies betonte, dass sich das gesamte Vorhaben noch in einem sehr frühen Stadium befinde. Es gehe derzeit nicht darum, kurzfristige Ergebnisse zu erzielen oder Vergleiche mit etablierten Strukturen anzustellen. Vielmehr liege der Fokus darauf, Erfahrungen zu sammeln, Prozesse zu verstehen und aus jeder einzelnen Phase zu lernen. Jede Runde auf der Strecke, jede technische Rückmeldung und jede interne Abstimmung trage dazu bei, ein solides Fundament für die Zukunft zu schaffen.

Die Unterstützung von Ford spielt dabei eine zentrale Rolle. Mekies sprach von einer besonderen Kooperationsgeschichte, die nicht nur auf technischer Ebene stattfinde, sondern auch auf kultureller und organisatorischer Ebene. Ford bringe jahrzehntelange Erfahrung aus der industriellen Entwicklung ein, während Red Bull über tiefgehendes Know-how im hochkompetitiven Umfeld der Formel 1 verfüge. Diese Kombination soll langfristig dazu beitragen, ein eigenständiges und leistungsfähiges Powertrains-Projekt aufzubauen.
Ein wichtiger Aspekt, den Mekies hervorhob, ist der schrittweise Aufbau des Teamzusammenhalts. In der Anfangsphase bestehe die Herausforderung nicht allein darin, einzelne Komponenten zum Laufen zu bringen, sondern vor allem darin, Menschen, Kompetenzen und Arbeitsweisen zu einer funktionierenden Einheit zu verbinden. Der Shakedown in Barcelona habe gezeigt, wie wichtig klare Kommunikation, gegenseitiges Vertrauen und eine gemeinsame Arbeitskultur sind. Genau diese Faktoren seien entscheidend, um komplexe technische Projekte erfolgreich umzusetzen.

Mekies machte deutlich, dass Lernprozesse im Mittelpunkt stehen. Fehler, Anpassungen und erneute Tests seien ein natürlicher Bestandteil dieser Phase. Entscheidend sei, wie das Team mit diesen Erfahrungen umgehe und sie in Verbesserungen umsetze. Dabei spiele die enge Abstimmung mit Ford eine wichtige Rolle, da beide Seiten voneinander profitieren könnten. Die Zusammenarbeit ermögliche es, unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und Lösungen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.
Der Shakedown diente somit auch als Test für die organisatorischen Strukturen. Wie schnell können Entscheidungen getroffen werden, wie effizient werden Informationen weitergegeben und wie gut greifen die einzelnen Bereiche ineinander? Diese Fragen seien laut Mekies mindestens genauso relevant wie rein technische Kennzahlen. Nur wenn das Zusammenspiel funktioniere, könne das Projekt langfristig erfolgreich sein.
In seinen Ausführungen vermied Mekies bewusst große Versprechungen. Er stellte klar, dass der Aufbau von Red Bull Powertrains ein langfristiges Projekt sei, das Geduld und Disziplin erfordere. In einer Sportart, die von Leistungsdruck und ständiger Konkurrenz geprägt ist, sei es umso wichtiger, realistische Erwartungen zu formulieren und den eigenen Entwicklungsplan konsequent zu verfolgen. Kurzfristige Ergebnisse dürften nicht auf Kosten einer nachhaltigen Struktur gehen.
Die Anwesenheit von Ford in Barcelona wurde auch als Signal nach außen gewertet. Sie verdeutliche, dass der Partner nicht nur im Hintergrund agiere, sondern aktiv am Entwicklungsprozess teilnehme. Für Mekies ist dies ein entscheidender Faktor, um Vertrauen innerhalb des Teams und gegenüber der Öffentlichkeit aufzubauen. Transparenz und Nähe seien wichtige Bausteine, um ein solches Projekt glaubwürdig voranzutreiben.

Mit Blick auf die kommenden Monate und Jahre sprach Mekies von einer Phase intensiver Arbeit. Die gesammelten Daten aus dem Shakedown müssten nun analysiert und in konkrete Entwicklungsschritte übersetzt werden. Gleichzeitig gehe es darum, die internen Strukturen weiter zu festigen und neue Erkenntnisse systematisch zu integrieren. Dieser Prozess verlaufe nicht linear, sondern in vielen kleinen Schritten, die sich erst im Gesamtbild entfalten.
Die Partnerschaft mit Ford bietet dabei nicht nur technische Unterstützung, sondern auch strategische Orientierung. In einer Zeit, in der sich die Formel 1 zunehmend mit Themen wie Effizienz, Nachhaltigkeit und langfristiger Planung auseinandersetzt, könne die industrielle Erfahrung von Ford wertvolle Impulse liefern. Mekies sieht darin eine Chance, neue Standards zu setzen und innovative Ansätze zu verfolgen, ohne die sportlichen Anforderungen aus den Augen zu verlieren.
Gleichzeitig bleibt der sportliche Kontext allgegenwärtig. Red Bull ist als Team an hohe Erwartungen gewöhnt, doch Mekies machte deutlich, dass das Powertrains-Projekt nach eigenen Maßstäben bewertet werden müsse. Der Aufbau einer eigenen Antriebseinheit sei ein komplexes Unterfangen, das Zeit brauche. Entscheidend sei, dass jeder Fortschritt auf einer soliden Grundlage beruhe und langfristig tragfähig sei.

Abschließend vermittelte Mekies einen vorsichtig optimistischen Ausblick. Die ersten Schritte seien getan, die Zusammenarbeit mit Ford entwickle sich positiv, und das Team beginne, als geschlossene Einheit zu agieren. Auch wenn der Weg noch lang sei, gebe es klare Anzeichen dafür, dass die Richtung stimme. Mit Geduld, kontinuierlichem Lernen und einer starken Partnerschaft im Rücken wolle Red Bull Powertrains seinen eigenen Platz in der Zukunft der Formel 1 aufbauen.